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(überarbeitet 03.03.2006)

Anfertigung von Platinenlayouts (Belichtungsvorlagen) mit dem Laserdrucker

Der Weg zur eigenen Platine ist für den Anfänger nicht einfach. Eigentlich gibt es dazu schon genügend Anleitungen, aber sie beschäftigen sich mehr mit dem Belichten und Ätzen. Alles beginnt aber mit dem Platinenlayout, der Belichtungsvorlage. Und hier liegen die größten Probleme und werden zugleich die abenteuerlichsten Vorschläge gemacht. Von der Verwendung von Butterbrotpapier bis hin zum Nachbehandeln mit Babyöl. (Vom "Aufbügeln" des Toners auf die Platine ganz zu schweigen.) Und es gibt natürlich die Möglichkeit, ein gutes Layout mit dem Tintenstrahldrucker zu erstellen. Aber der Tintenstrahldrucker ist ein anderes, weitläufiges Thema. Wer ihn ohnehin regelmäßig benutzt, kann auch seine Layouts damit drucken. Der Laserdrucker hat den Vorteil, daß er auch nach langen Standzeiten, selbst nach Jahren, stets betriebsbereit ist. Wer aber mal monatelange Pausen macht, sollte sich nicht der Illusion hingeben, daß sein Tintenstrahldrucker dann auf Anhieb funktioniert. Kurz: Ist der Laserdrucker ohnehin vorhanden, kann man damit hervorragende Platinenlayouts herstellen. 

Alle "Spezial-Tips und Tricks für die Layoutherstellung" wollen wir hier unbeachtet lassen und uns ausschließlich mit professioneller Technik für den Laserdrucker beschäftigen. Wem das zu solide ist und wer auf der Suche nach abenteuerlich-exotischen Methoden ist, der wird sie hier nicht finden. Hier gibt es nur eine anständige Anleitung mit optimalem Ergebnis, so wie es auch in der gewerblichen Druckerei gemacht wird. 

Die Layoutherstellung in der Druckerei ist selbstverständlich weitestgehend automatisieret. Aber "für kleine Auflagen nebenbei" wird immer noch gern das "einfache Layout" als Druckvorlage erstellt, ohne daß man dazu die großen Maschinen anwerfen muß.

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Die Druckfolie:

Am besten haftete Laser-Toner immer schon auf Transparentpapier, unabhängig vom Druckerfabrikat. Es sollte allerdings "laserdruckertaugliches Transparentpapier" sein, also möglichst nicht nur einfaches Transparent-Zeichenpapier. Diese Transparentpapiere sind allesamt "matt", wie Butterbrotpapier und haben entsprechend eine rauhe Oberflächenstruktur, auf der Toner wesentlich besser haftet als auf klaren Kunststofffolien. Diese "laserdruckertauglichen Transparentpapiere" sind allerdings aus dem Handel nahezu verschwunden, und wo es sie noch gibt, werden sie mitunter als "Laser-Kopierfolien" bezeichnet, was wiederum auch etwas gänzlich anderes sein kann. (Nämlich genau die klaren, laserdruckertauglichen Kunststofffolien, die wir nicht wollen, weil auf ihnen der Toner wesentlich schlechter haftet.)  Also Vorsicht bei der Bestellung solcher Folien!

Das soll hier nicht heißen, daß die kristallklaren Laser-Folien oder Laser-Kopierfolien gänzlich ungeeignet wären. Sie sind nur eben nicht so optimal hinsichtlich der Tonerhaftung und der erzielbaren Schwärzung. Je nach Folie, Laserdrucker und Toner  kann man damit auch gute bis zufriedenstellende Platinenlayouts machen. Transparentpapiere oder "matte" Folien sind aber vorzuziehen.

Ein Nachteil soll nicht verschwiegen werden: Das Transparentpapier (auch das laserdruckertaugliche) ist nicht sonderlich maßbeständig (nicht nur bei extremer Trockenheit oder Feuchtigkeit) und wellt auch ein wenig. Bei kleinen Platinen bis hin zum Europaformat 100 x 160 mm ist das jedoch völlig unerheblich.

Inzwischen gibt es Ersatz für das Transparentpapier: z.B. "Laser-Folien für die Druckformerstellung", "beidseitig matt beschichtet", "Hersteller Avery-Zweckform", "Artikel-Nr. 3491". Eine laserdruckertaugliche Polyester-Folie in der Art von Transparentpapier. (DIN A4, 210 x 297 x 0,1 mm) Sie ist ebenso dünn und griffig, mit rauher Oberfläche, dazu aber extrem reißfest, maßbeständig und unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Großer Vorteil: Es gibt keine Verwechslungen und kein Rätselraten bei der Beschaffung, und mit der "Artikel-Nr. 3491" sind die Folien überall im Schreibwaren- und Bürofachhandel (auf Bestellung) zu bekommen. Packung 100 Blatt, Preis ab ca. 30,- Euro.

 

Die Nachbehandlung mit Tonerverdichter

Da der Laserausdruck gegenüber dem Tintenstrahldrucker etwas lichtdurchlässiger ist, wird mit "Tonerverdichter" nachbehandelt. Es wird hier ausschließlich ein Fabrikat empfohlen: "Tonerverdichter von Huber-Troisdorf". Unter dieser Bezeichnung findet man das Produkt leicht in den Suchmaschinen Google.de etc.. Ebenso finden sich dort Lieferanten, der Hersteller selber liefert nicht an den Endverbraucher, sondern nur an den Großhandel.. 

Der Tonerverdichter ist in Sprühdosen erhältlich (ca. 8 Euro). Oder in Liter-Behältern mit aufschraubbarem Sprühkopf (ca. 9,50 Euro). Er kann auch mit einem feinen Haarpinsel satt aufgetragen werden. Nach dem Ablüften wird der Toner tiefschwarz sein, falls der Ausdruck vorher gut war. Wenn der Laserdrucker allerdings nur mäßige Ausdrucke liefern kann, wird der Tonerverdichter bestenfalls nur zu einer geringen Verbesserung führen. 

Im Conrad-Katalog gibt es ebenfalls seit langem einen "Tonerverdichter". Best.-Nr. 52 80 17-12, der allerdings über Jahre mit einer irreführenden Beschreibung versehen war und somit dem Bastlern kaum Aufschluß über die allgemeine Anwendung gab. Das hat Conrad (nach einem Anschreiben an die Geschäftsleitung) erst ab Katalog 2005 geändert.  Dieser Tonerverdichter stammt vermutlich sogar von Huber. (Interne Informationen lassen die Annahme zu, daß Huber auch Conrad beliefert.) Der Tonerverdichter von Conrad ist also ebenfalls für alle Laserausdrucke auf beliebigen Folien geeignet. Der Laie könnte allerdings nach wie vor nach der Conrad-Beschreibung annehmen, daß es ein Tonerverdichter nur für die direkt darüber stehende, teure "Laser-Spezial-Folien" sei. (Best.-Nr. 51 95 45-12, die 5-Blatt Packung 14,95 Euro!!!) Das muß man sich nicht antun. Für den Preis bekommt man die zehnfache Menge (50 Blatt) der oben beschriebenen Laser-Folien von Zweckform.

Überhaupt geht Conrad in den letzten Jahren sehr merkwürdige Wege. Zum Kauf solcher "Laser-Spezial-Folien" zum Wahnsinnspreis von 3 Euro pro Stück kann man nicht raten. Wozu auch? Es gibt keinen zwingend vernünftigen Grund, dem Bastler derart Teures anzubieten, ohne jegliche Alternative. (Als Bastel-Kunde sollte man vielleicht auch sehen, daß es Lieferanten gibt, bei denen normale Bauteile nicht das 5 bis 10-fache kosten.)

 

Ohne Tonerverdichter

Selbstverständlich geht es auch mit dem einfachen Ausdruck ohne Tonerverdichter. Das erfordert jedoch weitaus größeren Aufwand beim späteren Belichten der Platine, denn mit einem blassen Layout ist die große Gefahr der "Durchbelichtung", also der Überbelichtung gegeben. Und eine Überbelichtung zieht zwangsläufig wieder eine erhöhte Aufmerksamkeit beim folgenden Entwickeln der Platine nach sich. Denn ist die Platine einmal überbelichtet, darf die Entwicklung nicht länger dauern, als gerade nötig ist, um den Lack von den Ätzflächen abzulösen, ohne daß er auf den stehenbleibenden Kupferflächen zu sehr aufgelöst wird. Das erfordert ungeheuer viel Feingefühl und Erfahrung. Die Fehlerquote ist daher bei schlechten Layouts sehr hoch. Hat man hingegen ein gutes Layout und wurde die nötige Belichtungszeit mit Teststreifen (Platinenreste) ermittelt, kann man bei der Entwicklung der Platinen fast nichts mehr falsch machen. (außer, daß man sie zu kurz belichtet)

 

Notbehelf:

Ein Blatt zweimal durch den Laserdrucker zu schicken, mag bei sehr präziser Papierführung bisweilen funktionieren, ist aber nicht anzuraten. Viel zu kompliziert. Dann eher zwei Ausdrucke übereinander fixieren, mit Tesa oder Papierkleber. Damit erreicht man ebenfalls eine sehr gute Schwärzung bzw. Lichtundurchlässigkeit der bedruckten Flächen. 

 

Der Drucker

Daß der Drucker hier ganz zum Schluß genannt wird, hat seinen Grund. Im Prinzip eignet sich jeder Laser-Drucker. Daß man die höchste Auflösung einstellt und jegliche Eco- und Tonersparfunktion abschaltet, dürfte klar sein. Höchste Deckung und maximaler Kontrast muß eingestellt sein. In Verbindung mit dem genannten Huber-Tonerverdichter eignen sich derzeit am besten HP-Laserdrucker (Schwarz-Weiß). Sie bringen die höchste Schwärzung und Lichtundurchlässigkeit. Dabei scheint es gleichgültig zu sein, ob es ein älterer HP-Laserjet 4 ist oder ein neueres Modell. Es liegt anscheinend am HP-Toner. Das gilt in der Regel auch für Refill-Tonerkartuschen. Es gibt allerdings auch andere Druckerfabrikate, die kompatibel zu den HP-Tonerkartuschen sind, bzw. deren Tonerkartuschen kompatibel zu HP-Laserdruckern sind. Dann ist es selbstverständlich gleichgültig und führt auch mit diesen anderen Fabrikaten zum gleichen, guten Ergebnis. 

 

Zusammenfassend:

Folie: Avery-Zweckform "Laser-Folien für die Druckformerstellung, Artikel-Nr. 3491".

Tonerverdichter: "Huber-Troisdorf" in Sprühdosen oder Litergebinden.

Optimaler Drucker (in Verbindung mit Tonerverdichter): alle  HP-Laserjet Modelle Schwarz-Weiß oder alle anderen Fabrikate, die mit kompatiblen Tonerkartuschen arbeiten.

 

Wie ich es mache:

Ich mache mir auf einem Blatt der Avery-Laser-Folien gleich noch eine Kopie mit drauf, habe dann also zwei Layout-Zeichnungen. Die sprühe ich wie beschrieben mit Tonerverdichter ein. Nach dem Trocknen schneide ich das Blatt durch und lege beide Kopien exakt übereinander und fixiere sie rundum an den Rändern mit einem Papierklebestift. (oder mit Klebestreifen)

Am besten geht das exakte Übereinanderlegen und Fixieren auf einer Glasplatte mit Licht von unten. Dazu nehme ich meinen UV-Belichter. Es geht aber auch mit einem Notbehelf, also gegen die Fensterscheibe halten oder auf die Sonnenbank legen. 

Zum Ausrichten orientiert man sich am besten an Schriftzeichen oder den dünnen Markierungslinien. Und immer noch mal auf der gegenüberliegenden Seite schauen, ob sich da was verschoben hat. Wenn es dann paßt, einfach so angedrückt halten und an den Rändern zusammenkleben.

Die so hergestellten Layouts sind von optimaler Schwärzung. Sie gestatten auch doppelte Überbelichtung ohne Folgen.  

 

 

 

 

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